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Steuern / Erbschaft-/Schenkungsteuer 
Freitag, 15.11.2019

Erbbaurecht: Abbruchsverpflichtung kann bewertungsrechtlich berücksichtigt werden

Die Oberfinanzdirektion Frankfurt hat in einer Verfügung festgelegt, dass die Verpflichtung eines Erbbauberechtigten, das Gebäude bei Beendigung des Erbbaurechts abzubrechen, durch einen Abschlag bewertungsrechtlich zu berücksichtigen ist (Az. S-3215 A-003-St 72). Bei Bewertungen im Ertragswertverfahren ist die Höhe des Abschlags der Anlage 9 zu den Richtlinien für die Bewertung des Grundvermögens zu entnehmen. Diese Tabelle endet bei einer restlichen Lebensdauer des Gebäudes von 30 Jahren.

Ein Abschlag unterbleibt jedoch auch bei einer restlichen Lebensdauer von mehr als 30 Jahren nicht. Dem Erbbauberechtigten wird ein Anteil am Gebäudewert zugerechnet, wenn das Erbbaurecht noch mehr als 30 Jahre, aber weniger als 50 Jahre dauert und das Gebäude bei seinem Ablauf entschädigungslos an den Eigentümer des belasteten Grundstücks fällt. Bei dieser Rechtslage kann dem Erbbauberechtigten in dem wirtschaftlich für ihn ähnlich liegenden Fall, in dem er das Gebäude bei dem nach 30, aber früher als in 50 Jahren bevorstehenden Ablauf des Erbbaurechts abbrechen muss, ebenfalls nicht der volle Gebäudewert, sondern nur ein um einen Abschlag verminderter Gebäudewert zugerechnet werden. Bei einem Gebäude auf fremdem Grund und Boden ist entsprechend zu entscheiden.

Hinweis

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